Beschreibung

Droht Immobilienblase?

Dienstag, 8. Mai 2012

Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Berichte in der Tagespresse, an dem nicht von der Gefahr einer Immobilienblase bzw. dem Leerkauf der Immobilienmärkte berichtet wird. Doch etwas kritische Distanz ist auch hier angebracht.

Sicher gibt es vor allem in den Metropolen Engpässe und überzogene Preise. Hier besteht mittelfristig durchaus die Gefahr einer Immobilienblase; und zwar dergestalt, dass momentan erzielte Kaufpreise sich für lange Zeit nicht wieder realisieren lassen werden.

Branchenkenner kommt das durchaus bekannt vor. Schon mehrfach wurden in Boomphasen Preise verlangt und auch erzielt, die in Folgejahren zu herben Einbußen bei denjenigen führten, die aus bestimmten Gründen verkaufen wollten oder mussten. Eine solche Situation bestimmte z.B. Mitte der neunziger Jahre für eine längeren Zeitraum den Immobilienmarkt.

Ganz anders sieht es allerdings in ländlichen Gegenden, Randregionen und Gebieten mit schlechter Infrastruktur aus. Hier läuft der Markt genau in die andere Richtung. Wenn überhaupt, lassen sich Immobilien nur zu “Schnäppchen-Preisen” vermarkten. Die soziologische Entwicklung hin zur Zweiklassengesellschaft – Schere zwischen arm und reich wird größer – findet im deutschen Immobilienmarkt seinen Wiederhall.

Fazit: Den Immobilienmarkt gibt es nicht! Es existieren diverse kleinere und größere regionale Märkte mit völlig unterschiedlichen Entwicklungen. Pauschalansagen sind daher immer eine grobe Vereinfachung und mit Vorsicht zu genießen.

Privatkäufern ist zu raten den gesunden Menschenverstand einzusetzen und in Ruhe zu entscheiden. Ich kenne einige Käufer, die in Boomphasen Anlageimmobilien gekauft haben, die sie nur mit hohen Verlusten – sprich Schulden – wieder verkaufen konnten.